Wann ist der richtige Moment für den Schnitt am Blattaustrieb?
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Ein alter Strauch, der von unten kahl ist und nur noch an den Triebspitzen Blätter und Blüten trägt, lässt sich nicht in einer Saison verjüngen. Wer im Frühjahr alles bis auf den Boden absägt, nimmt der Pflanze die gesamte Assimilationsfläche. Sie treibt zwar oft noch aus schlafenden Augen aus, aber die neuen Schosse bleiben dünn, und bis zur ersten ansehnlichen Blüte vergehen drei bis vier Jahre. Die Faustregel lautet deshalb: pro Jahr ein Drittel. Gemeint ist damit nicht ein Drittel der Höhe, sondern ein Drittel der ältesten Haupttriebe, die über die Jahre einen grauen, energiesparendes Wohnen rissigen Stamm gebildet haben.
Ein häufiger Fehler ist der gleichzeitige Radikalschnitt plus starke Düngergabe. Die Pflanze bildet dann lange, weiche Triebe, die im Winter zurückfrieren oder von Läusen befallen werden. Besser ist es, im ersten Jahr nach dem Verjüngungsschnitt auf Dünger ganz zu verzichten und nur bei langer Trockenheit zu wässern. Ein zweiter Fehler: das Drittel auf die Gesamtzahl aller Triebe beziehen, auch der jungen. Die jungen einjährigen Schosse werden nicht mitgezählt, denn sie sind die Zukunft des Strauches.
Erst wenn der Ableger deutlich austreibt und eigene Wurzeln gebildet hat, trennt man ihn vom alten Stock. Der Schnitt erfolgt mit einer scharfen, sauberen Schere direkt am alten Holz. Zu früh getrennt, vertrocknet der junge Trieb, weil er noch von der Mutterpflanze versorgt wird. Zu spät getrennt, konkurrieren beide um Wasser und Nährstoffe. Ein weiterer Fehler: den alten Stock sofort komplett entfernen. Besser ist es, ihn zunächst stehen zu lassen und erst nach ein bis zwei Jahren ganz zurückzunehmen.
Wie das Drittel in der Praxis aufgeteilt wird Zuerst werden alle toten, kranken und sich kreuzenden Triebe entfernt. Danach zählt man die verbliebenen Haupttriebe an der Basis. Bei einem Strauch mit neun alten Grundtrieben schneidet man in diesem Jahr drei davon bodennah ab, am besten die ältesten und dicksten. Die übrigen sechs bleiben stehen und tragen weiter Blätter und Blüten. Im nächsten Jahr folgen die nächsten drei, im dritten Jahr der Rest. So bleibt immer genug Laubmasse vorhanden, und der Strauch kann die Wunden aus eigener Kraft überwallen.
Der Schnitt erfolgt knapp über dem Boden, aber nicht in den Wurzelhals hinein. Ein kurzer Stummel von wenigen Zentimetern ist besser als eine Schnittfläche direkt am Ansatz, denn dort sitzen oft schlafende Augen, aus denen der neue Trieb kommt. Dicke Äste über drei Zentimeter Durchmesser werden zuerst auf der Unterseite eingesägt, dann von oben durchtrennt, damit die Rinde nicht abreißt. Werkzeug vorher desinfizieren, vor allem bei kranken Sträuchern, und die Schnittflächen nicht mit Baumwachs verschmieren – das behindert die natürliche Wundheilung eher.
Bei Obstbäumen und Ziersträuchern unterscheidet sich der optimale Zeitpunkt leicht. Kernobst wie Apfel und Birne verträgt den Schnitt etwas später, wenn die Blätter voll entwickelt sind. Steinobst wie Kirsche und Pflaume sollte man früher schneiden, If you cherished this short article and you would like to receive much more info concerning Zipperquick.Com kindly pay a visit to our own webpage. solange die Knospen noch geschlossen sind, um Infektionen zu vermeiden. Bei immergrünen Gehölzen wartet man, bis der Austrieb vollständig abgeschlossen ist, sonst verbrennen die freiliegenden Blätter. Wer unsicher ist, kann eine kleine Testfläche schneiden und die Reaktion über zwei Wochen beobachten.
Der richtige Zeitpunkt liegt je nach Gehölz zwischen Spätwinter und Frühjahr. Bei Blütensträuchern, die am einjährigen Holz blühen, schneidet man im Februar oder März, bevor der Austrieb beginnt. Bei Arten, die am zweijährigen Holz blühen, wartet man besser bis direkt nach der Blüte, sonst fällt die kommende Blütensaison komplett aus. Frostfreie, trockene Tage sind ideal; bei strengem Frost brechen die Schnittstellen leicht auf.
Efeu an der Fassade wirkt romantisch, doch sein Haftwurzelsystem dringt in kleinste Ritzen ein. Sobald die Triebe in Fugen oder unter den Putz gelangen, sprengen sie bei Frost den Untergrund. Wer das verhindern will, muss den Bewuchs regelmäßig kontrollieren und gezielt zurücknehmen, statt ihn einfach wachsen zu lassen.
Um Fugen zu schützen, kannst du eine mechanische Barriere setzen. Bewährt hat sich ein Streifen aus dünnem Blech oder Kunststoff, den du unter die Putzkante schiebst. Er verhindert, dass neue Triebe in die Fuge eindringen. Alternativ hält ein regelmäßiger Schnitt entlang der Fugen den Bewuchs klein. Kontrolliere nach jedem Rückschnitt, ob sich neue Haftwurzeln gebildet haben. Entferne sie sofort, solange sie noch hell und weich sind. Alte, dunkle Wurzeln sitzen fest und lassen sich nur mit großem Aufwand lösen.
Nach drei Jahren ist die Verjüngung abgeschlossen, sofern der Strauch kräftig genug war. Zeigen sich danach immer noch kahle Partien in der Mitte, kann man im vierten Jahr einen weiteren alten Trieb entfernen, aber nur einen einzigen. Wer schneller vorankommen will, riskiert einen lichten, unnatürlich geformten Strauch, der Jahre braucht, um wieder dicht zu werden. Die Drittel-Regel ist kein starres Gesetz, sondern ein Maß, das sich an der Wuchskraft orientiert: Schwache Gehölze vertragen weniger, vitale Sorten mehr.
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